In meinem neuen Buch beschäftige ich mit einem Thema, das manche eventuell belasten könnte: Eine Mutter muss sich damit auseinandersetzen, dass ihr Baby die Geburt nicht überleben wird.

Es war mir eine Herzenssache, dass ich keinen Roman schreibe, dessen Trauer die Lesenden wie ein schwarzes Tuch umhüllt. Vielmehr wollte ich aus größtem Schmerz etwas Schönes wachsen lassen. So wurde es eine Liebesgeschichte, in der auch die Trauer Platz hat.

In Deutschland werden zwei bis drei Babys pro 1000 still geboren. Das ist nicht wenig. Als ich über das Thema recherchiert habe, hatte nach meinem Gefühl fast jede Frau den Tod eines Kindes selbst erleben müssen oder kannte eine Familie, wo das passiert war. Es erschien mir wichtig, darüber zu sprechen. Und überraschend entscheiden sich zunehmend Frauen dafür, ihr Baby auszutragen, selbst im Bewusstsein dass ihr Baby nur kurz lebt.

Das Buch „Mutter ohne Kind“ von Eva Lindner hat mich inspiriert, die dort aufgezeigten Tatsachenberichte und der Umgang mit Frauen nach Totgeburten haben mich berührt und schockiert. So gibt es beispielsweise noch Länder, in denen die Mutter nach einer Fehl- oder Totgeburt bestraft (!) wird.

Meine – absolut fiktive – Geschichte soll berühren und sensibilisieren. Tod und Trauer soll ein Teil des Lebens sein, nehmt die Mütter – und Väter – in die Arme, lasst sie weinen so lang sie es brauchen – das Kind wird immer Teil ihres Lebens bleiben.